fernweh

|Travel Guide|Korsika

Es ist schon wieder einige Zeit her, dass ich auf Korsika im Urlaub war. Diese wunderschöne Insel habe ich damit schon zum fünften Mal besucht. Leider waren wir dieses Mal nur zwei Wochen dort, obwohl wir sonst immer drei Wochen dort waren. Da ich das Gefühl habe, dass dieser Beitrag sehr unvollständig ist, wenn ich nur über die Ziele berichte, die wir dieses Mal angesteuert haben, dachte ich, ich mache einen kleinen Guide daraus.

Korsika ist nicht wirklich ein Ort für Luxusurlaub, sondern eher einer für ein Abenteuer. Vieles der Insel ist verwildert und heruntergekommen, was toll ist, da es nicht wie ein typisches Touristenziel ist, sondern man das Gefühl hat, eine bisher unentdeckte Perle, einen geheimen Ort gefunden zu haben. Allerdings gibt es inzwischen doch auch touristische Zentren und die Wildnis geht etwas zurück, wo Ferienhäuser und Hotelanlagen errichtet werden. Trotzdem kann man noch genug von Korsika mit seiner Naturbelassenheit und Wildnis entdecken und genießen. Wenn man durch die Serpentinen fährt und die Macchia riecht, durch die Berge fährt und das Meer immer wieder sieht und wenn man mal genug vom Meerwasser hat, in einem Fluss schwimmen geht.

Fährfahrt

Es gibt mehrere Möglichkeiten auf die Insel überzusetzen. Man kann natürlich auch mit dem Flugzeug fliegen, aber da wir immer mit dem Wohnwagen unterwegs sind, blieb für uns nur eine Fährfart als Option. Lange Zeit sind wir von Genua, Italien mit der Fähre gefahren, aber inzwischen fahren wir etwas weiter bis nach Livorno, ebenfalls in Italien und haben dafür eine etwas kürzere Überfahrt. Der Zielhafen ist immer Bastia auf Korsika. Auf den Fähren gibt es häufig Pools, also vergesst nicht eure Badesachen mitzunehmen. Außerdem gibt es genug Plätze, wo man sich hinsetzen kann, etwas an einer Bar bestellen oder sogar in einem Restaurant essen kann. Neben einem Souvenirshop und einer Spielehalle, ist eigentlich auch jede Fähre mit einem Kinderspielplatz ausgestattet. Oft sind auch Fernseher an Board, was ich jedoch außer in dem Jahr, als die Sommerolympiade zu unserer Reisezeit war, nicht oft wahrgenommen habe. Natürlich gibt es auch Steckdosen, sodass man seinen Laptop oder sein Handy aufladen kann. Für eine besonders entspannte Überfahrt, kann man sich auch eine Kabine mieten, die mit Betten und einem Bad ausgestattet sind. Eine Überfahrt dauert ca. 6 Stunden.

20170809_18264220170726_124115

Camping

Wir fuhren nach Solaru zu unserem Campingplatz Sole d’Oru, der inzwischen zu unserem Stammplatz geworden ist. Leider sind wir dieses Mal überhaupt nicht weitergezogen, sondern nur an diesem Platz geblieben. Der Platz ist schlicht oder besser gesagt rustikal. Die Sanitäranlagen sind zwar etwas veraltet, aber teilweise relativ neu saniert. Allerdings muss man dazu sagen, dass sie offen sind, also nur über den Duschen und den Toiletten ein kleines Dach vorhanden ist. Zum Campingplatz gehört eine Bar, auf deren Terrasse man essen gehen kann. In der Bar selbst steht außerdem ein Billiardtisch und Tischkicker. Außerdem sind ein paar Bücher dort, die man sich ausleihen kann. Die Bar ist gleichzeitig auch die Rezeption des Platzes.

Der Campingplatz bietet sehr viele Freiheiten, das heißt, dass man eigentlich keine feste Platzeinteilung hat, sondern man von einem netten Herrn auf einem Quart angewiesen wird, vor welchen Busch oder Baum man sich stellen darf. Außerdem ist es hier nicht ungewöhnlich, dass dir fremde Hunde ohne Leine begegnen, was übrigens auch ganz allgemein für Korsika gilt.

Neben dem Campingplatz befindet sich außerdem noch eine Strandbar, wo es zwar nicht mega viel Auswahl gibt, aber man sehr leckeres Essen bekommt und mehrmals in der Woche kann man dort Livemusik hören oder ein DJ legt auf.

Man kommt direkt vom Campingplatz an den Strand, wo auch ein Beachvolleyballfeld ist und außerdem ein Süßwasserfluss entlang fließt, auf dem ich schon ein Jahr zuvor mit einem Schlauchboot gepaddelt bin. Dieses Jahr schwammen sogar Schwäne darauf.

Gumpen

20170803_134725.jpg

Das womöglich Tollste und vielleicht auch Einzigartigste an Korsika, sind die Gumpen. Gumpen sind Becken, die der Fluss in den Stein geschwemmt hat. Dazu muss man nicht mit Canyoning-Ausrüstung kommen, sondern es gibt auch viele wunderschöne Stellen, die man auch so erreichen kann. Was jedoch wirklich hilfreich ist, ist ein wasserdichter Rucksack, da man oft durch Becken schwimmen muss, um weiter zu kommen. Nach vielen Felsen, durch die man geklettert ist, kann man dann in einem solchen Becken schwimmen, sich auf dem Stein sonnen und vielleicht sogar von einem Felsen in das kühle Nass springen. Ein Sprungbrett im Schwimmbad ist nichts dagegen, sag ich euch.

20170805_14245220170807_173729

Städte, die ihr besuchen solltet:

Bastia

Die Stadt mit dem Hafen, wo man ankommt, wenn man mit der Fähre anreist, hat noch weiteres zu bieten. Man kann dort nicht nur sehr gut shoppen gehen, sondern auch schöne Plätze entdecken, wie die Kathedrale und der kleine Hafen.

Calvi

Calvi ist eine sehr touristische Stadt auf Korsika. Trotzdem gibt es einen schönen Strand und dort eignet es sich besonders gut zum Shoppen gehen.

Calanche

Auf dem Weg nach Ajaccio sind wir damals durch die Calanche gefahren, eine sehr beeindruckende Felsenlandschaft aus rötlichem Granit. Ich kann mich noch daran erinnern, dass als ich als Kind die Clanache zum ersten Mal besucht habe, mich von den enormen Felsen und Schluchten irgendwie mächtig gefühlt habe. Außerdem sind in den Felsen teilweise Formationen, die ganz natürlich dort sind und nicht eingehauen wurden, wie der Kopf eines Hundes und was ich am schönsten finde, ein Herz.

20160810145343

Wenn man durch die Calanche fahren möchte, kann man zuvor einen Halt in Porto machen.

Porto

Porto ist ein schönes Plätzchen, wo die Wellen an den Felsen der Bucht brechen. Es ist schön dort eine Rast zu machen und sich das Spektakel anzuschauen. Vermutlich kann man dort noch viel mehr sehen, allerdings haben wir bisher dort nur Rast gemacht, weshalb ich euch darüber nicht weiter Auskunft geben kann.

Ajaccio

Ajaccio ist die Hauptstadt Korsikas. In dieser Hafenstadt wurde Napoleon Bonaparte geboren, weshalb dort von ihm auch eine Statue zu sehen ist. Hier eignet es sich besonders zum Bummeln und dort findet man auch teurere Boutiquen. Außerdem kann man dort schön Essen gehen und den Hafen entlangschlendern.

Bonifaccio

Wir haben außerdem einen Tagesausflug nach Bonifaccio, eine schöne Hafenstadt, gemacht. Korsika besteht grundsätzlich fast nur aus Granitgestein, aber wenn man nach Bonifaccio kommt, sieht man viel helleres Gestein, nämlich Kreidefelsen.

IMG_0678

Die Stadt liegt direkt an den Klippen am Meer. Wir haben dort als Erstes eine Bootsfahrt entlang der Klippen gemacht, wo man außerdem in Buchten hineinfährt, die aufgrund des extrem klaren Wassers sehr an die Karibik erinnern, da durch die Kreidefelsen eben der Sand auch so super weiß ist.

IMG_0871

Außerdem fährt man in eine Höhle, die oben in der Decke ein Loch hat, das dem Umriss von Korsika sehr ähnelt. Ich empfehle jedem diese Bootsfahrt zu machen.

20170801_124758IMG_082920170801_123740.jpg

Danach sind wir etwas in den Läden am Hafen und in der Altstadt entlang gebummelt und sind durch die engen Gassen gelaufen. Dann sind wir in ein Restaurant am Hafen und haben Pizza gegessen.

20170801_123106

In Bonifaccio kann man auch noch andere Bootsfahrten machen. Diese fahren auf kleine Inseln, die allerdings Naturschutzgebiete sind und wo wir nicht mit den Hunden hindurften.  Außerdem gibt es eine sehr sehr steile Treppe, die in die Klippen eingehauen ist, die von der Oberstadt zum Meer führt.  Man kann durch den Hof der Festung laufen und von dort auf den Hafen blicken, in dem viele Yachten, Katamarane und Segelboote liegen.

Korsika

Pin it!

So ich habe wirklich ewig gebraucht, um diesen Beitrag zu verfassen, weil ich euch Korsika so vielfältig vorstellen wollte, wie die Insel nun mal ist und trotzdem nicht zu ausschweifend werden wollte.

Ich hoffe, euch hat der Guide gefallen und ihr habt jetzt vielleicht auch Lust auf Korsika Urlaub zu machen. Vielleicht wart ihr ja sogar schon dort? Wenn ja, erzählt mir gerne von euren Erfahrungen.

 

Schon gelesen?

8 Replies to “|Travel Guide|Korsika”

  1. Es ist so schön mal Bilder von Korsika zu sehen, die Verwandtschaft von einem guten Freund wohnt dort und ich durfte mir immer so viel davon anhören. Da ich letztes Jahr aber das erste mal richtig angefangen habe zu reisen, kam ich leider noch nicht in den Genuss es mir live anzusehen! Was ich dank deinen Bildern aber wirklich noch machen muss. Danke dir dafür! Den Guide behalte ich im Hinterkopf, wenn es endlich mal klappen sollte. Am tollsten finde ich diese „Gumpen“, da hätte ich wirklich Lust hinein zu springen!

    Liebe Grüße

  2. Es ist schon wahnsinnig lange her, da war ich als Kind auf Korsika. Einige Male sogar. Es ist lustig, die Fähren sehen heute noch ganz genauso aus. Wahrscheinlich sind es auch immer noch die :-). Ich kann mich dank Deiner tollen Bilder tatsächlich an ein paar Dinge erinnern. Die Insel ist klasse und lohnt sich auf jeden Fall. Danke für das zurückholen von wirklich schönen Urlaubstagen. Ganz liebe Grüße Nini von http://www.mamazeiten.com

  3. Hey,

    das sind ja wunderbare Fotos die du uns zeigst und diese entfachen bei mir auch direkt das Fernweh. Nicht nur die Bilder sind toll, sondern auch der Bericht an sich trifft genau meinem Geschmack. Ich war noch nie in Korsika, aber ich hätte Lust dort mal Urlaub zu verbingen.

    Lg
    Steffi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.