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Zwei verschiedene Leben?-Adee Stuttgart!

So jetzt sitze ich hier in meinem Bett,

in meinem Zimmer,

zu Hause in der Pfalz

und bin nicht mehr in Stuttgart.

Vor zwei Tagen bin ich mit meinen restlichen Sachen mit dem Zug nach Hause gefahren. Es hat sich angefühlt, als würde ich in ein ganz anders Leben fahren. Ich lasse meine Freunde in Stuttgart zurück und werde bald eine Reunion mit meinen „alten“ Freunden haben. Ich habe jetzt noch Urlaub, aber dann werde ich jeden Tag zur Hochschule fahren müssen und nicht mehr zur Arbeit. Den Luxus nur noch 15 Minuten zur Arbeit zu brauchen, muss ich ebenfalls hinter mit lassen. Und natürlich irgendwie auch meine Freiheit und Selbsttändigkeit, denn ich bin aus meinem Studentenzimmer ausgezogen und wohne jetzt wieder zu Hause, zusammen mit meinem Vater und meiner Schwester.

Es gibt Vorteile und Nachteile wieder hier zu sein. Einerseits kann ich meine Eltern, meine Schwester, meine Hunde und Katzen und natürlich meine Freunde, die von hier kommen wieder sehen.

Es ist außerdem einfacher, meinen Freund zu besuchen. Das war so ziemlich das schwerste daran, in Stuttgart zu leben. Ich bin öfter mal zu ihm gefahren, aber wir haben uns trotzdem nicht häufig sehen können und ich hab ihn viel zu oft vermisst.

Ich habe mein Auto wieder und ich muss keine Miete zahlen oder für Lebensmittel Geld ausgeben.ichundmeinbett.JPG

Aber ich werde es irgendwie auch vermissen für mich selbst verantwortlich zu sein und selbst entscheiden zu können, was ich jetzt mache.

In Stuttgart konnte ich irgendwie mehr ich selbst sein, niemand kannte mich und hatte irgendwelche Erwartungen an mich.

Hier kennen mich meine Freunde seit Jahren und ich habe Angst, dass sie nicht verstehen, dass man sich auch etwas verändert mit der Zeit. Ich denke sie haben eine gewisse Erwartung an mein Handeln und mein Auftreten und wenn das anders ist, als sie es kennen, sind sie vielleicht irritiert. Zumindest habe ich immer das Gefühl, mich so verhalten zu müssen, wie es meine Freunde von mir erwarten.

Aber ich freue mich darüber, endlich wieder Pfälzich reden zu können und wieder von der pfälzischen Kultur, dem Essen und natürlich dem Pfälzer Wein umgeben zu sein.

Leider habe ich hier keine große Auswahl an Ausgehmöglichkeiten und Clubs, die in Stuttgart zudem meistens kostenlosen Eintritt hatten. Um hier in meiner Gegend feiern zu gehen, muss ich erstmal ein ganzes Stück mit dem Auto fahren oder eben mitgenommen werden, wenn sich jemand bereit erklärt uns alle zu fahren. Und ich muss meistens erstmal 10€ hinblättern um rein zukommen.

In Stuttgart war es so einfach heim zukommen. Wenn die Bahn nicht mehr gefahren ist, bin ich einfach mit dem Nachtbus gefahren. Hier fährt der letzte Zug um 22 Uhr, wenn man glück hat. Man ist also gezwungen so lange wach zu bleiben, bis der erste Zug kommt. Was ich ehrlich gesagt nicht mehr schaffe, bin wohl einfach zu alt. Und deswegen bleibt nur noch das Auto, was bedeutet, dass ich oder einer der Gruppe auf Alkohol verzichten muss.

Naja es bietet auf jeden Fall viel Abwechslung, wenn ich mal hier, quasi auf dem Dorf und mal in Stuggi in der Großstadt wohne. Ein totales Kontrastprogramm! Aber ich weiß nicht, ob ich mich dadurch überhaupt irgendwo mal zu Hause und  niedergelassen fühlen werde, solange ich aufgrund des Studiums ständig hin und her ziehen muss.

Ich bin mal gespannt wie sich das weiterhin entwickeln wird, ob es sich immer so anfühlen wird, als würde ich in zwei verschiedenen Leben leben oder ob sich das irgendwann mit der Zeit zu einem zusammenfügen wird.

Kennt ihr dieses Gefühl? Vielleicht nach einem Umzug oder wenn ihr auch für das Studium etwas weiter weggezogen seid?

3 Replies to “Zwei verschiedene Leben?-Adee Stuttgart!”

  1. Hey Pascale,

    warte einfach ab, irgendwann wird sich alles fügen. ich bin schon sehr früh von zu hause weg und jahrelang mit Reisetasche umher geirrt. In der Zeit hatte ich kein richtiges zuhause und ich habe lange gesucht und auch lange gebraucht um einen Ort zu finden, an dem ich mich zuhause fühlen kann. Ja, es fühlt sich schon ein bisschen komisch an, nicht zu wissen, wo man hingehört, aber heute bin ich froh, dass ich so mutig wahr wegzugehen. Ich habe viel von der Welt gesehen und weiß es nun auch zu schätzen an einem Ort zu bleiben und meine eigenen vier Wände zu haben. Geniesse doch jetzt erst einmal die Feiheit, die Du als Student hast. Es ist doch toll auch mal andere Städte kennenzulernen und, wenn es nur auf Zeit ist, dann ist es ja auch ein wenig leichter, als, wenn Du dort bleiben müsstest. alles andere kommt von ganz alleine, Du wirst schon sehen 🙂

    Fühl Dich gedrückt
    Liebe Grüße
    Konzi

    1. Danke für dein auführliches Kommentar 😊 wirklich mutig von dir so früh schon wegzuziehen 😊 Ich denke du hast recht, dass ich mir nicht immer so viele Gedanken machen und einfach alles seinen Lauf lassen soll🙈 Danke für deine lieben Worte❤

      Liebste Grüße

      Pascale

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